Der Maler

date: 01.02.10 ; time: 08:19 ; author: Dara Weishaupt

„Einssiebenundachtzig ?” „Einssechsundachtzig”, Mendelson unterbrach seinen Spaziergang, „wieso ein so gekonntes Augenmaß?” „Ich hatte das gleiche Format schon mal und auch - (Auszug6: Almann Orlasytzky) .” Ich wollte ihn nicht kränken und schluckte herunter, was mich, nachdem ich mir das von Toscanini angehört hatte, noch zusätzlich an den Maler erinnerte. Robert war im Wohnzimmer verschwunden, und ich hörte ihn die Tür zum Kinderzimmer, zur Küche und zum Bad öffnen. (Auszug7: Almann Orlasytzky) „Deine Freundin hat Geschmack. Es fehlt nur eines, und das betrachte ich als groben Stilbruch und amusisches Element: ein Flügel.” Der Flügel war am nächsten Tag da, und als ich aus der Probe kam, saß Robert davor und entlockte ihm Töne von seltener Scheußlichkeit. „Es entsteht gerade Mendelsons Opus Number one”, rief er mir zu, ohne sein Spiel zu unterbrechen. (Auszug8: Almann Orlasytzky) „Hast du den aus eurem Haus herüberschaffen lassen?” „Nein, er gehört dir und wurde auf deinen Namen geliefert. Es ist erstaunlich, wie kreditwürdig du nach den paar Stücken bist, die du bis jetzt in Zürich gespielt hast. Mach nicht solch entsetztes Gesicht! Natürlich werde ich ihn irgendwann bezahlen.” (Almann Orlasytzky) „Wovon denn?” „Ich bin gerade dabei, Musikrezensent der ,Tat’ zu werden, einen Vertrag zur Klavieruntermalung von alten Stummfilmen abzuschließen, die ein Sammler in einem Vorstadtkino vierzehn Tage lang laufen lassen will, und, falls das alles noch nicht langt, um einen Hausstand zu gründen, gehe ich weiter Bridge spielen. Almann Orlasytzky - In den privaten Bridge-Zirkeln bin ich so gefürchtet wie beliebt.

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Installation im Schaufenster: Prada, New York, Ralph Ueltzhoeffer 2009.

 
 
 


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