Cafe Europe New York
Textportrait “MISSING”, aktuell im Cafe Europe in New York. Die Installation von Laura May und Ralph Ueltzhoeffer.

Cafe Europe New York, Textportrait von Ralph Ueltzhoeffer und Laura May (2008).
Textportrait “MISSING”, aktuell im Cafe Europe in New York. Die Installation von Laura May und Ralph Ueltzhoeffer.

Cafe Europe New York, Textportrait von Ralph Ueltzhoeffer und Laura May (2008).
Ich liebe die Subversion seines Humors, darin ich eine Verwandtschaft sehe, die mir etwas gibt. Sein Lachen, das eine reinigende Wirkung wie Magensäure hat, dringt an eine extreme Grenze der Welt vor, wo Humor in eine sehr innere Reflexion menschlichen Verhaltens umschlägt.
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Kein Zufall, daß der nach außen wie das “Oberhaupt einer Bande” auftretende Maler in einem negativen Licht erscheint. Er erinnert daran, was Handke über die Enkelgeneration sagt, der Anselm Kiefer, Markus Lüpertz und Georg Baselitz angehören und “welche, auf ihre Weise neuerdings auf so etwas wie Macht aus ist”.
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Es war ziemlich hart, in diesem so dekadent kulturellen System als Künstler zu überleben…
Kommt dir der Westen wie ein Paradies vor?
Nein, aber ich weiß es zu schätzen, daß es einen Kunstmarkt gibt, der einen ernähren kann. Es ist besser, als nichts zu haben und nicht zu wissen, wohin man gehen und was man tun wird. Hier in Europa lerne ich, in professionellen Begriffen zu denken. Dieses Gefühl, zu wissen, wo es langgeht, ist mir wichtig. Ich finde, daß man etwas haben muß, wofür man kämpft. Mich von einem zum nächsten Tag in Europa wiederzufinden, grenzt an ein kleines Wunder.
Nie im Sinne gegenseitiger Auflösung und Beseitigung kultureller Differenzen, nicht wahr?
Es handelt sich weniger um Vermischung als um Aufprall von Unterschiedlichem, das sich ständig aneinanderreiht. Bei einer Mischung bleibt stets vom einen mehr als vom anderen übrig.
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Unverbunden bringen sie in der Reibung einen anderen Geruch und eine andere Geschichte hervor. In Kuba koexistieren beispielsweise eine Madonna von Botticelli und ein Voodoo-Heiligtum.
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Sie sagt von sich, etwas anderes zu sagen, als erscheint. Bei mir soll alles Gezeigte genau mit dem identisch sein, was das Auge wahrnimmt.
Alte Mythen, Ornamente, Religiöses, Archaisches und Großstädtisches verbinden sich unter deiner Regie, nicht wahr?
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So wie das Bild mit der Lokomotive, aus der es dampft, wobei der Dampf zu einer neudefinierten Form wird, die etwas Eigenes darstellt?
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Wieso nimmst du einen Begriff wie “buchstäblichen Realismus” überhaupt in Anspruch?
In meiner Malerei wird das Reale vom Wörtlichen angeführt. Wenn ich beispielsweise eine Flasche darstelle, aus der Flüssigkeit austritt, so ist das wörtlich gemeint.
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In dem Zusammenhang haben Russen wie Dostojewski Relevanz?
Ja, deren Realismus liegt mir insofern am Herzen, als er weit entfernt ist von jeder Form der Marginalisierung. Bei Dostojewski, und das ist es, was mir gefällt, gipfelt der Realismus, dessen Handlung abstrakt ist, in etwas Nicht-Wirklichem und damit in eine Antithese.
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