Lust am Sammeln
Meine Lust am Sammeln geht vielleicht von der anachronistischen Vorstellung des 19. Jahrhunderts aus, daß alles, was ich an Büchern bei mir stehen habe, mir den Weg in die Universitätsbibliothek erspart. Am besten wäre es, hier stünden hundert verschiedene Lexika in allen Ausgaben. Nun bin ich jemand, der die Fußnoten genauso wie die Primärtexte beachtet, wobei sich bei mir über die Fußnoten eine Neugier auf das nächste Buch entwickelt. Dessen Lektüre kann durch das Lesen des Literaturverzeichnisses, der Einleitung und des Nachworts abgeschlossen sein. Da grundsätzlich alles gesammelt werden kann, muß eine persönliche Affinität zu Autoren oder Künstlern vorliegen, damit es nicht beliebig wird, nicht wahr? Es gibt diese Affinität, sonst gäbe es keine Schwerpunkte in der Sammlung und Bibliothek. Die Schwerpunkte in der Bibliothek lassen sich dem Besucher allerdings schon nicht mehr in einem Teil der Bibliothek demonstrieren, weil längst nichts mehr so geordnet ist wie im eigenen Kopf. Dabei sind Proust und Petrarca die Säulen meiner auf deren Werk und Wirkung abzielenden Sammlung.
